Blutansammlung im Gewebe oder in einer Körperhöhle (z. B. Gelenk), die oft mit einer deutlichen Schwellung einhergeht.
Ursache: Ein Bluterguss entsteht entweder durch eine Beschädigung von Blutgefäßen (z. B. Riss eines Gefäßes bei Verletzungen) oder im Rahmen einer gesteigerten Blutungsneigung, z. B. der Bluterkrankheit oder Gerinnungsfaktormangel durch Leberzirrhose.
Befund: Je nach Ausmaß des Blutergusses im Weichteilgewebe zeigen sich sofort oder erst nach einigen Tagen blaue Flecken auf der Haut. Diese verfärben sich beim Abbau des geronnenen Blutes gelbbraun. Blutergüsse in Gelenkkapseln führen zu schmerzhaften, unförmigen Schwellungen mit Bewegungseinschränkung. Eine Sonderstellung nehmen intrakranielle Hämatome im Schädel ein. Dabei bilden sich durch Kopfverletzungen (Schädel-Hirn-Trauma) Blutansammlungen über, zwischen oder unter den Hirnhäuten. Bei Blutergüssen des Schädels besteht direkt nach der Verletzung eine kurze Bewusstlosigkeit, die sich jedoch von selbst wieder bessert, wodurch eine gefährliche Fehleinschätzung der Schwere der Verletzung resultieren kann. Anschließend entwickelt sich eine rasch zunehmende Verschlechterung der Bewusstseinslage. Der Verletzte ist nicht mehr ansprechbar, es kann zu Lähmungen und Krämpfen kommen. Bei jeder Kopfverletzung mit Bewusstlosigkeit muss daher der Verletzte im Krankenhaus für 24 Std. überwacht werden.
Behandlung: Eine größere Blutung kann verhindert werden durch sofortige Kompression, Ruhigstellung und Kühlung des betroffenen Bereiches. Blutergüsse im Schädel sind – je nach Ausdehnung – potenziell lebensgefährlich und erfordern eine Behandlung auf der Intensivstation.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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