Störung des Samenergusses, bedingt durch ungenügende Kontrolle über den Zeitpunkt der Ejakulation oder durch organische Veränderungen im Bereich der Harnröhre und der Prostata.
Ursache: Sowohl die Ejaculatio praecox, der vorzeitige Samenerguss vor oder unmittelbar nach dem Einführen des Penis in die Vagina, als auch die Ejaculatio retarda, der verspätete Samenerguss, treten nach längerer Enthaltsamkeit, aber auch aus psychischen Ursachen auf. Als Ejaculatio defiziens wird die ausbleibende Ejakulation bezeichnet; sie kann psychische Ursachen haben, aber auch bei einem Verschluss des Samenleiters oder einer Hodenerkrankung auftreten. Bei der retrograden Ejakulation erfolgt der Samenerguss in die Harnblase des Mannes. Ihr liegen meist organische Ursachen zugrunde, z. B. Verlust der steuernden Nervenbahnen nach operativer Entfernung der hinter dem Bauchfell gelegenen Lymphknoten.
Behandlung: Psychisch bedingte Ejakulationsstörungen werden mithilfe einer Psychotherapie (Gesprächstherapie) behandelt. Bei der retrograden Ejakulation wird versucht, durch Medikamente eine normale Ejakulation herbeizuführen.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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