Entzündung der Darmwand, im engeren Sinne die des Dünndarms. Die Enteritis tritt oft kombiniert mit einer Magenschleimhautentzündung (Gastroenteritis) oder einer Dickdarmschleimhautentzündung (Enterokolitis) auf. Besonders häufig ist sie in der Sommerzeit und bei Reisen in warme Länder.
Ursache: Die Enteritis wird verursacht durch eine Vielzahl bakterieller und viraler Erreger sowie durch Pilze, Protozoen (Urtierchen) und Parasiten. Zu den wichtigsten bakteriellen Erregern gehören Salmonellen, Shigellen, Escherichia coli, Campylobacter-Bakterien und Yersinien. Bei einigen Bakterien (z. B. Staphylokokken, Clostridien) entstehen die Beschwerden nicht durch die Bakterien selbst, sondern durch ihre Gifte. Bei den Viren sind v. a. Rota-, Parvo- und Enteroviren von Bedeutung.
Befund: Die wichtigsten Symptome sind Durchfälle, krampfartige Bauchschmerzen, Kopf- und Muskelschmerzen, Fieber; bei Gastroenteritis auch Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen. Meist klingen die Krankheitserscheinungen auch ohne Behandlung innerhalb weniger Tage ab. Komplikationen wie Blutvergiftung, Meningitis, Knochen- oder Gelenkbeteiligung sind (je nach Erreger) unterschiedlich und insgesamt selten. Sie treten v. a. bei Säuglingen, alten oder abwehrgeschwächten Personen auf.
Behandlung: Im Vordergrund steht die ausreichende Flüssigkeitszufuhr, am besten in Form von reizarmen Kräutertees (z. B. Kamillentee), die jedoch bei Übelkeit und Erbrechen oft nur schluckweise vertragen werden. Gegen die Bauchschmerzen helfen feuchte Wärme und krampflindernde Medikamente. Falls das Trinken nicht ausreicht, muss die Flüssigkeit über Infusionen zugeführt werden. Antibiotika sind nur in Sonderfällen sinnvoll. Bei schwerem Krankheitsverlauf, alten Menschen und Säuglingen ist evtl. eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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