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Hyperhydratation

Hyperhydratation,
Hyperhydration, Überwässerung:

Überschuss an Körperwasser. Da der Wasserhaushalt eng mit dem Natriumhaushalt verbunden ist, wird je nach dem Natriumgehalt im Blut zwischen einer hypotonen (Natrium erniedrigt), isotonen (Natrium normal) und hypertonen (Natrium erhöht) Hyperhydratation unterschieden.

Ursache: Bei der hypotonen Hyperhydratation kommt es z. B. infolge eines akuten oder chronischen Nierenversagens, übermäßigen Trinkens von salzarmem Wasser oder intensiver Magenspülungen zu einer Überwässerung des Körpers ohne Anstieg des Natriums. Anteilsmäßig ist dadurch das Natrium erniedrigt, wodurch zum Ausgleich der Konzentrationsunterschiede Wasser entlang des Konzentrationsgefälles in die Körperzellen einströmt (die Zellen schwellen an). Von einer isotonen Hyperhydratation spricht man, wenn z. B. durch eine Herzschwäche oder eine Leberzirrhose vermehrt Körperwasser eingelagert wird. Dadurch vermehrt sich das Gesamtvolumen bei gleich bleibendem Verhältnis von Wasser zu Natrium. Bei der hypertonen Hyperhydratation kommt es z. B. durch Trinken von Meerwasser oder der Infusion von Salzlösungen zu einem Anstieg des Natriums und infolgedessen zu einem Wasserausstrom entlang des Konzentrationsgefälles aus den Zellen in den Extrazellularraum. Folge ist u. a. ein »Austrocknen« der roten Blutkörperchen, welche somit nicht mehr genügend Sauerstoff transportieren können. Dies führt zu einem Sauerstoffmangel des Körpers (»innere Erstickung«). Eine hypertone Hyperhydratation ist jedoch selten.

Befund: Gewichtszunahme und Wassereinlagerungen (Ödeme), Abgeschlagenheit, Atemnot und Herzklopfen sind typische Befunde aller Formen. Die Haut ist prall-glänzend, durch leichten Druck entstehen Dellen. Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen und Krampfanfälle können Folge der Schwellung bzw. der »Austrocknung« der Gehirnzellen sein.

Behandlung: Neben der Behandlung der Grunderkrankung ist eine Einschränkung der Flüssigkeitszufuhr und der Salzaufnahme mit der Nahrung erforderlich. In vielen Fällen muss auch ein harntreibendes Medikament eingenommen werden, um ein drohendes Lungenödem zu vermeiden (z. B. bei Herzschwäche).


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010

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