Was ist Nachtblindheit?
Leiden Menschen an Nachtblindheit, sehen sie in der Dämmerung und im Dunkeln deutlich schlechter als bei Tag. Manchmal sehen sie nachts sogar gar nichts. Normalerweise passt sich das Auge an die schlechteren Lichtverhältnisse an, bei Nachtblindheit bleibt dies jedoch aus. Der Grund: Die für das Hell-Dunkel-Sehen verantwortlichen Sinneszellen auf der Netzhaut – die Stäbchen – funktionieren nicht mehr.
Nachtblindheit stellt häufig das Symptom einer Krankheit dar. Zum Beispiel geht die Retinopathia pigmentosa, eine allerdings sehr seltene angeborene Augenerkrankung, mit Nachtblindheit einher. Auch im Rahmen eines Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“) kann es zu Nachtblindheit kommen.
Probleme beim nächtlichen Sehen treten zudem beim grauen Star (Katarakt) auf. Die Patienten sehen im Dunkeln verschwommen und fühlen sich durch Lichtquellen stark geblendet. Vor allem beim Autofahren in der Nacht machen sich die Sehstörungen bemerkbar. Betroffene vermuten dann häufig, sie seien nachtblind. Dies ist jedoch nicht der Fall.
Überhaupt liegt keine Nachtblindheit vor, wenn jemand – aus dem Hellen kommend – in einem dunklen Raum zunächst fast nichts sieht. Hierbei liegt ein normaler Vorgang zugrunde, das Auge muss sich erst an die neuen Lichtverhältnisse anpassen.
Ein Mangel an Vitamin A als Ursache für Nachtblindheit kommt in Westeuropa praktisch nicht vor. In anderen Teilen der Erde, zum Beispiel in tropischen Ländern, können Menschen an Vitamin A-Mangel leiden. Jährlich erblinden deshalb weltweit rund fünf Millionen Kinder.
Wer bemerkt, dass er im Dunkeln wenig oder gar nichts erkennt, sollte unbedingt einen Augenarzt aufsuchen. Der kann die entsprechende Diagnose stellen.
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13.09.2005, aktualisiert am 27.06.2010
Bildnachweis: Thinkstock/Stockbyte
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